Liviu 24 Jahre Jahre alt, ein sogenannter "Decretel" hadert mit seiner Geschichte und hält sich mich kleinen Hehlereien über Wasser. Er lebt mit seinem Bruder noch bei den Eltern in einer der berühmt-berüchtigten und heruntergekommenen Plattenbausiedlungen in einer rumänsichen Stadt. Seine Hehler "Umbra" und "Ceatza" beliefern ihn regelmäßig mit heißer Ware, die er mehr oder weniger erfolgreich unter die Leute bringt. Drei Hochzeitskleider hat er während des Films zu verticken. Die Verkaufsverhandlungen beschreiben sehr treffend die Vorgehensweise, die Sprache und die Schwierigkeiten beim Verkauf von Hehlerware, insbesondere wenn einer der "Kunden" der "Blockwart" bzw. ein schmieriger Polizist mit den bekannten korrupten Verhaltensweisen und Umgangsformen ist. Hier muss er eines der drei Hochzeitskleider weit unter Preis verkaufen, was die die beiden anderen Hochzeitkleider entsprechend verteuert.
Liviu hat Albträume und wacht morgens regelmäßig schweissgebadet auf, kann sich aber nicht erinnern was er geträumt hat. Seine Mutter tröstet ihn mit den Worten: "Wenn du was schlechtes träumst, wird alles gut..." Er hat ein Verhältnis mit der Verlobten seines besten Freundes welcher im Ausland (Italien) ist und für seine Verlobte ebenfalls einen Job dort sucht um sie zu sich zu holen. Diesem besten Freund jubelt er ein Kind unter, und setzt alles daran dass seine Freundin ihn verläßt.
Am Ende des Kurzfilms wird Livius Traum aufgelöst. Es ist aber nicht ganz schlüssig was die gezeigte Allegorie bedeuten soll und das Ende des Films läßt den Zuschauer ein bisschen rätseln.
Arte schreibt dazu:
Der Kurzfilm "Livius Traum" des rumänischen Regisseurs Corneliu Porumboiu setzt sich mit einer Welt auseinander, die sich stets in einer Übergangsperiode befindet. Eine Welt, die in sich gefangen ist und in der sich die in der Vergangenheit begangenen Fehler fortlaufend wiederholen. Liviu ist ein junger Mann, der mit einer ständigen Angst vor der Vergangenheit lebt. Er verachtet seinen Vater für die falschen Entscheidungen, die dieser getroffen hat - Entscheidungen, die sein Schicksal bestimmt haben. Doch seine Angst lässt ihn die Fehler seines Vaters wiederholen.
Der 1975 in Rumänien geborene Filmemacher Corneliu Porumboiu besuchte nach seinem Wirtschaftsstudium in Bukarest die Filmhochschule und realisierte seither zahlreiche Kurzfilme. Für "Livius Traum" ließ er sich von den Ereignissen während des in seiner Heimat herrschenden Kommunismus inspirieren. 1966 ließ der damalige Diktator Ceausescu die Abtreibung verbieten, was dazu führte, dass in den folgenden Jahren viele ungewollte Kinder zur Welt gebracht wurden. "Livius Traum" wurde 2004 bei den Internationalen Filmfestspielen in Transsilvanien zum Besten Rumänischen Film gekrönt.
Bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes gewann Corneliu Porumboiu die "Goldene Kamera" für den besten Erstlingsfilm, seinen Spielfilm "A Fost sau n-a fost?" (Was there or was there not?).
Der Film lief am Dienstag, 22. August 2006 um 00:35 auf Arte und wird am 27.08.2006 um 02:15 wiederholt. Wer um die Zeit nichts besseres zu tun hat, kann ihn sich anschauen oder seinen Recorder programmieren und den Film aufzeichnen.
Weitere Infos zum Film.